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Haftungsausschluss I
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Wichtig bei der Tagesplanung war der richtige Zeitpunkt für das abendliche Lager. So etwa um 16:00 Uhr musste ein Lagerplatz gefunden sein, denn pünktlich um 18:00 Uhr "ging die Sonne unter". Das war kein "Sonnenuntergang", sondern Petrus "knipste einfach das Licht aus!" Die Träger stellten die Zelte auf - diese Aufgabe ließen sie sich nicht nehmen. Dann wurde ein Feuer gemacht und die "Campingküche" war eröffnet. Für uns "Touris" wurde Reis gekocht, der mit Doseninhalten angereichert wurde. Das konnte Corned Beef oder Thunfisch sein. Die Träger hatten - zusätzlich zu unserem Gepäck - einen Sack Hirse und den Flomen eines Hammels dabei. Außerdem einen Kessel. Der Kessel kam über das Feuer, war er heiß, wurde er mit dem Hammelflomen eingerieben. Dann kam die Hirse hinein und wurde angeröstet. Dann wurde mit Wasser aufgegossen und nach 20 Minuten war die "Tschampa" fertig. Neugierig, wie ich nun mal bin, wollte ich die "Tschampa" auch mal kosten. Na ... für den Rest der Reise habe ich darauf verzichtet.
Eines Tages begegnete uns ein Nepali. Er fragte nach dem Ziel unserer Reise und meinte dazu : "Da kommt ihr ja an meinem Hotel vorbei - da müsst ihr unbedingt einkehren!" Nun haben wir Deutschen eine ganz bestimmte Vorstellung von einem Hotel. Während wir unter der Last unseres Gepäckes hinter unseren Trägern herhechelten, kreiste unser Gespräch um die Erwartungen, die wir von diesem Hotel hatten. Da war von einem "sauberen Bett" die Rede (meine Frau), von einer Dusche, aber vor allem von einem kühlen Bier. Ein kühles Bier war damals in Nepal keine überzogene Vorstellung. Die deutsche Entwicklungshilfe hatte den Nepalesen neben einem Kraftwerk für elektrischem Strom (mit dem die Nepalesen nichts anfangen konnten, da sie sich keine Glühbirnen leisten können) auch eine Brauerei "spendiert", die ein hervorragendes Bier - die Flasche (damals) für drei Mark = Tagesverdienst eines Trägers - herstellte.
Also träumten wir die nächsten Tage von einem kühlen Bier. Wir fragten die Träger, wie weit es noch zu diesem Hotel sei. "Morgen" sagten sie, immer wieder "Morgen". Aber dann sollte es endlich so weit sein. Beim Aufbruch sagten sie - heute ist es so weit. Wir verzichteten auf das Frühstück und strebten dem Hotel zu. Unser Weg führte uns ein Flusstal hinauf. Die Nebenflüsse zwangen uns jedes Mal tief hinunter. Nun mussten wir über eine Hängebrücke eines Nebenflusses, dann auf etwa 2.500 Meter hinauf. Endlich kam das Hotel in Sicht. Beim Anblick dieses Hotels kamen uns die Tränen.
Eine elende Hütte aus Ästen und Stroh errichtet. Keine sauberen Betten, keine Dusche und das Schlimmste - kein kühles Bier! Nicht einmal etwas "vernünftiges zu Essen". Mit tränenverschleiertem Blick entdeckte ich eine große Dose "gemischtes Obst". Unserem Begleiter war der Preis zu hoch. Ich kaufte die Dose trotzdem. Wir löffelten die Dose aus und sprechen seither vom "besten Fruchtsalat der Welt".
Bevor wir endgültig das Ziel erreichten, mussten wir noch ein paar Mal hinunter um einen Fluss zu überqueren. Der letzte Anstieg brachte uns dann von etwa 3.000 Meter auf 4.000 Meter. Wir legten die Rucksäcke ab und hofften auf "Erleichterung", die sich aber nicht einstellte. Die Nacht verbrachten wir in einer elenden Hütte, die sich auch "Hotel" nannte. Es wurde bitter kalt. Am meisten haben unsere Träger gefroren, die für diese Höhe und Jahreszeit nur mit kurzen Hosen und Stoff-Turnschuhen ausgerüstet waren. Am nächsten Tag wanderten wir ohne Gepäck ans Ende dieses Tales und "schwebten wie die Engel" dahin. Nun hatte die "Höhenakklimatisation" gewirkt. Nach einer weiteren Frostnacht begannen wir den Rückmarsch. Wir hatten für den Hinweg 6 Tage benötigt. Den Rückweg bewältigten wir in 3 ½ Tagen. Um einige Kilo leichter kamen wir wieder an unserem Ausgangspunkt an. Die Rückfahrt mit dem Bus gestaltete sich noch einmal abenteuerlich.
In Nepal wird ein Reifen erst gewechselt, wenn er kaputt ist. Der Busfahrer hatte zwar vorsorglich schon einen (abgefahrenen) Ersatzreifen dabei, aber erst als der bis auf die Leinwand durchgefahrene Reifen platzte, durfte er ihn wechseln. Wagenheber sind ein unnötiger Luxus! Es wurde ein Bäumchen gefällt, Feldsteine aufgestapelt und "Hau-Ruck" - hoch mit dem Bus! Der Mantel mit Montiereisen entfernt, der Schlauch geflickt und der (ziemlich abgefahrene) "neue" Mantel aufgezogen. Mit 3 Stunden Verspätung ging es weiter - zurück nach Kathmandu in die "Zivilisation".
Die Bilder können durch Anklicken vergrößert werden. Bild 1: Das Trecking-Permit. Bild 2. Erster Lagerplatz am Fluss. Bild 3, 4 : Noch ist es sehr heiß. Bild 5: Tschampa wird gekocht. Bild 6: Camping im Regenwald. Bild 7: Noch mal über den Fluss und dann ... Bild 8: Das Hotel mit dem "besten Fruchtsalat der Welt". Bild 9: Die Sechstausender des Langtang kommen näher. Bild 10: Gleich sind wir im Hochtal. Bild 11, 12: Im Hochtal des Langtang auf 4.000 Meter Bild 13: Das "Hotel" war eine Bretterhütte, die Ritzen mit Zeitungen tapeziert um den Wind etwas abzuhalten. Bild 14: Auf dem Rückweg der Blick zurück. |
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