Campingurlaub und Campingküche

Mit dem Faltboot nach Wien ...

 

 

 
  Home    I     Haftungsausschluss    I     Linkfreunde
 
 

Mit dem Faltboot nach Wien.

Aus Fehlern kann man bekanntlich lernen. So habe ich meine Camping Ausrüstung vor allem um wasserdichte Säcke für Schlafsäcke und Kleidung ergänzt, eine Spritzdecke für das Boot gekauft und mir einen "wetterfesten" Freund gesucht. Für die Campingküche kam ein Gaskocher und ein Satz Töpfe dazu. Da Mutter nicht für die ganzen zwei Wochen vorkochen konnte, war "Essen gehen" eingeplant. Die Camping - Kocherei beschränkte sich auf den Kaffee zum Frühstück und den Tee abends zum (kalten) Vesper. Meist sind wir jedoch mittags durchgefahren und sind dann abends zum Essen gegangen.

Camping Frühstück

 

Das Wetter hat auch "mitgespielt" - nur einmal sind wir in ein heftiges Gewitter gekommen. Die ganze Fahrt nach Wien war ein einziges tolles Abenteuer. Es gab damals noch kein Handy, meine Eltern hatten noch nicht einmal Telefonanschluss. Wir waren ganz auf uns alleine gestellt. Als "Orientierung" hatten wir eine Österreichkarte im A4 Format dabei. Die meisten Orte an denen wir vorbei kamen waren auf der Karte nicht vermerkt und die Ortsschilder stehen ohnehin nicht am Fluss. Über die Donaufahrt könnte ich die ganze Seite füllen, aber es soll ja um Camping und Camping Küche gehen. Nur zwei Episoden von "Essen gehen":

 

Wir hatten unterwegs zwei Bootfahrer mit Kajaks getroffen , das Zelt nebeneinander am Rande eines Sportplatzes aufgestellt und machten uns auf den Weg ins Dorf. Unterwegs fragten wir zwei Spaziergänger nach "dem besten Lokal". Es stellte sich heraus, dass es nur zwei gibt und eines heute geschlossen hat. Der Wirt konnte uns "Gulasch" oder Spiegeleier mit Bratkartoffeln und Speck anbieten. Wir haben alle Gulasch bestellt. Es kam Brot, bis das Gulasch kam war das Brot weg. Das Gulasch war auch schnell verputzt. Einer der neuen Bekannten hat die Wirtin her- gewunken und drei Spiegeleier mit Bratkartoffeln und Speck bestellt. Die Wirtin ist in die Küche verschwunden und nicht mehr aufgetaucht. Nach einigem Zögern kam der Wirt zu uns und hat gemeint, wir seien ja noch jung und hätten einen guten Appetit. Ja haben wir gesagt, außerdem hätten wir heute 10 Stunden gepaddelt, und 90 km zurückgelegt, was nicht gelogen war. Da hat er uns allen noch Spiegeleier mit Bratkartoffeln gebracht und einen vorzüglichen Wein aus eigenem Anbau.

 

Die andere Episode möchte ich "österreichische Höflichkeit" nennen.
Wir machten ausnahmsweise bereits Mittags eine Pause. Am linken Donauufer lag einladend eine kleine freundliche Stadt. Anlegestege waren auch da, sie gehörten einem Ruderklub und die Schilder waren eindeutig - nur für Mitglieder des Ruderklubs. Wir haben unser Faltboot vertäut und stiegen die Treppen hinauf.

 

Ich fang mal mit der Beschreibung unseres Outfits oben an : Als Sonnenschutz bei mir ein Strohhut, mein Freund einen alten Filzhut. Rasiert - vorgestern. Karohemd, Jeans, Sandalen, keine Socken.

 

Schräg gegenüber war ein schönes Gasthaus, ein uniformierter Türsteher davor. Wir darauf zu, der Türsteher mit leichter Verbeugung :"Schönen guten Tag die Herren" und macht uns die Tür auf. Drinnen Halbdunkel (Gott sei Dank). Die anderen Gäste im Sonntagsstaat - uns wurde es schon langsam peinlich. Im hintersten Eck war noch ein Tisch frei.

 

Tja - um es abzukürzen - wir wurden bedient wie die Fürsten, haben einen herrlichen Rehbraten gegessen, Rotwein dazu getrunken, vom Nachtischwagen geschlemmt - und bezahlen konnten wir das Ganze auch noch. Wegen dem Unerlaubten Anlegen am Steg des Ruderklubs gab es auch keine Probleme. Wir haben sogar einen Ruderer getroffen, der hat gemeint, die Schilder seien nur wegen den unverschämten Motorbootfahrern.