BBQ und Grill Rezepte

 
 

einfache Rezepte für die Campingküche

 
         
 

Grillen oder BBQ ?

Bis vor ein paar Jahren war Grillen in Deutschland eine eindeutige Angelegenheit. Auf einem Grillrost lagen Würstchen oder Schweinenackensteaks und darüber oder darunter war die Hitzequelle. Bei Holzkohle darunter, bei Gas oder Elektro darüber oder darunter. Die Fleischstücke wurden mariniert (also über Nacht einglegt). Der Metzger bietet diese eingelegten Fleischstücke zum Wochenende hin in großer Auswahl an.

Nachteil des Direkt - Grillens - wenn sich die Hitzequelle unter dem Grillgut befindet, tropft unweigerlich Fett in die Glut. Dadurch können jedoch gesundheitsschädliche Stoffe aus der Glut und dem hineingetropften Fett ins Grillgut übergehen. Die entstehenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe wie Benzopyren gelten als krebserregend.

Wir hatten zu dieser Zeit einen Gussgrill mit kippbarem Kohlekasten. War die Holzkohle gut durchgeglüht, hat man den Kohlekasten hochkant gestellt und ein etwa 2 kg schweres Schweinenacken-Stück (natürlich über Nacht mariniert mit Thymian, Rosmarin, Knoblauch, Olivenöl )gesalzen und vor der Glut rotieren lassen. Auch Hähnchen wurden mit dieser Methode knusprig und lecker. Ein Highlight war das italienische Cotoletto di manzo, das uns auch auf diesem Grill gut gelungen ist. Dieser Gussgrill hat uns auf so manche Campingfahrt begleitet, war aber schwer und schmutzig.

Vor einiger Zeit haben wir uns dann einen Lavastein-Gasgrill zugelegt. Dieser hatte eine Haube, die wir anfangs nur zum Transport geschlossen haben. Die Grill-Ergebnisse waren jedoch enttäuschend! Genau wie beim Holzkohlegrill lag ja die Hitzequelle unter dem Grillgut. Flammen schlugen in die Würstchen und Steaks! Wir waren enttäuscht und wollten das Thema Grillen schon "abhaken". Zum Glück lernten wir unseren amerikanischen Freund Steve kennen. Von ihm bekamen wir einen ersten Einblick in die Welt des Barbecue.

 

 
       
 

Barbecue oder kurz BBQ

Was ist denn nun so gravierend anders - die Amerikaner verwenden doch auch einen Grill? Zugegeben - alle haben diese Haube. Ob Kugelgrill oder nicht - eine Haube haben sie alle. Ach ja - und besonders groß sind sie meistens auch.

Groß müssen diese Grills schon deshalb sein, weil in ihnen das Grillgut nicht über - sondern neben der Brennstelle liegt. Unter dem Grillgut liegt eine Tropfschale, die mit Flüssigkeit gefüllt sein kann - oder ein Päckchen mit Wood-Chips. Dieses "indirekte" Grillen dauert natürlich länger als das direkte Grillen. Das Grillgut wird "gut durch" und Butterzart. Man könnte meinen ein ähnliches Ergebnis kann man auch im Backofen erzielen. Der Unterschied kommt von den engen Verhältnissen unter der Haube- die Hitze wird von ihr reflektiert. Außerdem - wer hat schon beim Camping einen Backofen dabei?

Mit diesen Erkenntnissen haben wir unseren Lavastein-Gasgrill leicht modifiziert. Die Hälfte des Gasbrenners wurde durch Einwickeln mit Alufolie außer Funktion gesetzt. Damit waren zwei wichtige Verbesserungen erreicht. Zum Einen hatte die übrige Hälfte jetzt mehr "Power" - zum Anderen hatten wir jetzt den Platz für das Grillgut, unter dem keine Flammen waren.

 
             
 

Erste Versuche mit dem
Lavastein-Gasgrill:

Beim ersten Versuch haben wir drei Scheiben Entrecote "gegrillt".
Nach kurzer Zeit entzündete sich das heruntertropfende Fett. Flammen schlugen in das Fleisch! Wir mußten die Steaks in Alufolie einpacken und so fertig garen.
Der Grillgeschmack "nicht schlecht".

Ein weiterer Versuch war ein Hähnchen (Poulet mit Label Rouge Qualität).
Es wurde innen gut gewürzt, mit Zwiebeln, Knoblauch, Sellerie gefüllt.
Außen gut gesalzen und dann auf gut vorgeheiztem Grill von allen Seiten gegrillt,
dann (nach dem die Flammenbildung zu stark wurde) in Alufolie eingepackt und bei geschlossenem Deckel 45 Minuten gegart.
(Das war etwas zu lange, das Fleisch war sehr weich!)
Der Grillgeschmack "nicht schlecht".

Ein weiterer Versuch war ein ganzer Fisch. Dieser wurde mit Gewürzen, Weißwein und Olivenöl von Anfang an in Alufolie gegart. Das Ergebnis war ein leckerer - in Folie gegarter Fisch, wie man ihn auch im Backofen machen kann.

Ein weiterer Versuch war ein Cote du Boeuf (Kotelett vom Rind), etwa 5 cm dick.
Das Kotelett wurde auf gut vorheheiztem Grill von beiden Seiten etwa 10 Minuten gegrillt.
Dann wurde es in Alufolie eingepackt und bei geschlossenem Grilldeckel weitere 15 durchziehen lassen. (das Fleisch war innen noch leicht rosa - aber eher bien cuit).
Gleichzeitig haben wir versucht, Zucchinistreifen und Tomaten zu grillen. Das Ergebnis der gegrillten Tomaten war gut, die Zucchinistreifen missraten, da die Hitze zu ungleichmäßig war.

Das Grillen von Würstchen war schwierig, die Flammenbildung war extrem. Die Würstchen mußten ständig in den Außenbereich "gerettet" werden. Dort war die Hitze zu gering, so daß man sich zwischen "ein bisschen anbrennen" und nicht gar werden entscheiden mußte.

Ein weiterer Versuch waren die Hähnchenschenkel provencale - siehe Rezept. Die Hähnchenschenkel wurden "angegrillt", dann in Alufolie eingepackt und mit geschlossenem Grilldeckel gegart.

Bild: Lavastein-Gasgrill

Bild oben: Die Flammen schlagen in die Würstchen!

Bild : Ochsenkotelette

Bild oben: Ochsenkotelette

 : Ochsenkotelette kurz angrillen

Bild oben: Ochsenkotelette kurz angegrillt ...

 : Ochsenkotelette in Alufolie fertig garen

Bild oben: ... und dann in der Alufolie fertig gegart

 
             
   
             
 

Erfolgreich grillen

Unser Lavastein-Gasgrill für die Campig-Küche ist ein kleiner Tischgrill mit dem wir so unsere "Probleme" hatten. Für ein dickes Steak reicht die Hitze nicht aus. Grillt man fettes Schweinefleisch oder ein fettes Hähnchen, tropft zu viel Fett auf die Lavasteine, das Fett entzündet sich und es schlagen Flammen an das Grillgut.

Von unserem BBQ-Meister Steve habe ich gesehen, dass er die Grillkohle nur auf der Hälfte der Grillfläche angehäuft hatte.

Da kam mir die Idee : Ich wickle Alufolie um die Hälfte des Gasbrenners, dann habe ich eine Fläche unter der keine Flammen sind.

Damit ergab sich noch ein zweiter Effekt - der reduzierte Teil des Brenners gibt jetzt mehr Hitze ab.

Um dem Grillgut einen "Räuchergeschmack" zu geben, verwenden die BBQ Experten Holzchips. Wie haben unsere ersten Versuche mit Jack-Daniels Wood Chips gemacht. Diese werden aus alten Whisky-Fässern hergestellt. Vor der Verwendung haben wir Holzchips 2 Stunden in Wasser eingeweicht, abgetropft in Alufolie verpakt und mit einer Gabel Löcher in die Alufolie gestochen.

Schon beim Einweichen der Chips weht einem der Duft von Jack Daniels Whiskey um die Nase!

Zuerst wird das Grillgut auf der heißen Seite des Grills von beiden Seiten angegrillt. Dann kommt das Grillgut auf
die Seite des Grills, an der der Brenner abgedeckt ist. Das "Räucherpäckchen" kommt auf die heiße Seite. Das Gas wird
zurückgedreht. Dann wird der Deckel des Grills geschlossen. Je nach Grillgut braucht man nun 1 bis 2 Stunden Geduld.

Bild: BBQ Nackensteak mit Räuchergeschmack

 

BBQ-Ribs vom Grill:

Es war gar nicht so einfach, die Spareribs für den Grillsamstag zu bekommen. Der Metzger hatte zwar genug davon da - aber alle waren sie schon mariniert! Dabei wollten wir sie doch ungedingt nach Steve's Rezept zubereiten. Also brauchten wir sie "natur". So haben wir halt Schälrippchen genommen.

Bild: Schälrippchen

Sie wurden mit einer trockenen Kräutermischung einige Stunden mariniert. Dann kurz auf beiden Seiten gegrillt. Dann kamen sie auf die rechte Seite des Grills und durften dort 2 Stunden bei geschlossenem Deckel grillen. Dabei wurden sie regelmäßig mit Steve's BBQ Soße bepinselt. In der letzten halben Stunde kamen dann die Wood-Chips dazu.

BBQ-Ribs

Bild: Stan's BBQ Soße

Das Rezept für Stan's BBQ Soße, die Zubereitung von Spareribs im Backofen und weitere Grillrezepte findet ihr in unserem Forum.

BBQ-Poulet : Ein französisches Poulet gegrillt und geräuchert, mit gegrilltem Spargel und Folienkartoffeln. Das gab es 2009 als Geburtstagsessen für den Kochbär!
Wenn man seinen Geburtstag in Frankreich - im Anjou verbringt, ist die Auswahl an leckeren Zutaten sehr groß. Ein dickes Rinder-Kotelette vom Bovine-Rind? Ein zartes Kalbskotelette? Wir haben uns für ein Poulet in Label Rouge-Qualität entschieden. Dazu französischen Spargel (mit lila Köpfen) und neue Kartoffeln in Folie gegrillt. Damit alles richtig wird, haben wir 2 1/2 Stunden BBQ eingeplant.

Fisch vom Grill :
In der Bretagne bekamen wir ein sehr dickes Schwanzstück vom Steinbutt. Das haben wir auf dem Grill zubereitet. Hier diente der Grell lediglich als Ersatz für den Backofen, denn im Backofen hätte man das gleiche Resultat erziehlen können. -> Steinbutt vom Grill

 

 

Bild: Der modifizierte Gasgrill

Bild oben: der modifizierte Gasgrill - die rechte Hälfte des Brenners ist mit Alufolie abgedeckt.

Bild: Der Lavastein-Gasgrill modifiziert

Bild oben: Der modifizierte Lavastein-Gasgrill

Bild: Einweichen der Wood-Chips

Bild oben: Einweichen der Wood-Chips

Bild: die eingeweichten Wood-Chips

Bild: das Räucherpäckchen

 
             
 

Grill Brisket

Um uns gleich mal einen nachhaltigen Eindruck von der amerikanischen Art des Grillens zu geben hat uns unser Freund Steve sein Rezept für Grill Brisket vorgestellt. Ein riesen-großes Stück Fleisch 2,5 kg wird langsam in 6 bis 8 Stunden im Kugelgrill gegart. Am Ende kommen Kirschholzspäne dazu, so dass das Fleisch einen schönen Rauchgeschmack bekommt. Das Fleisch wird durch und butterweich. Was macht man nun mit diesem Fleisch? Man kann es natürlich in Scheiben schneiden und mit einer Soße beträufelt essen.

Das Fleisch wird aber so weich, dass man es mit zwei Gabeln (Grillgabeln) zerpflücken kann.
Dann macht unser Freund Steve daraus BBQ-Sandwich.

Bild: BBQ Sandwich  
             
 

Smoker

Wer sich intensiv mit BBQ beschäftigt kommt früher oder später auf den Smoker. Für diese Ungetüme braucht es zwar etwas Platz im Garten, aber ein echter Grill-Fan muß so etwas einfach haben. Der Erste Versuch mit diesem Smoker war ein Smoked Hackbraten der ... wie man an den Bildern sieht ... unserem Freund Steve recht gut gelungen ist.

 

     
             
 

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