Villandry Schlossgärten

Loire Frankreich

 
 

Beschreibung der Bilder von links oben nach rechts unten:

Bild 1: Übersicht Gemüsegärten.

Bild 2: Gemüsegärten neben dem Wassergraben.

Bild 3: Ziergarten.

Bild 4: Blick hinauf zum Spielplatz.

Bild 5: das Farbenspiel der Gemüsegärten.

Bild 6: Übersicht vom Aussichtsturm aus.

Bild 7: Weinlaube.

Bild 8: Gemüsegarten.

Bild 9: Rosenlauben verschönern den Gemüsegarten

Bild 10: die Pracht der Rosen

Bild 11: Die Mauer vor dem Kräutergarten

Bild 12: Eine Rose

Villandry Übersicht Gemüsegärten Villandry Gemüsegärten neben dem Wassergraben Villandry Ziergarten Villandry Blick hinauf zum Spielplatz Villandry das Farbenspiel der Gemüsegärten Villandry Übersicht vom Aussichtsturm aus  
Villandry Weinlaube Villandry Gemüsegarten Villandry Rosenlauben verschönern den Gemüsegarten Villandry die Pracht der Rosen Villandry Die Mauer vor dem Kräutergarten Villandry eine Rose  
 
     
 

Campingurlaub an der Loire, dem Fluss der Schlösser

Heute (27.05.09) war noch eine Schlossbesichtigung angesagt. Hier im Anju kann man ja jeden Tag so 2 bis 3 Schlösser besichtigen - und das wochenlang. Wir hatten aber beschlossen nur eines richtig ausführlich anzuschauen. Dafür haben wir uns Villandry ausgesucht - schon wegen der Gärten. Wir sind früh aufgestanden und waren deshalb vor den Bussen da. So konnten wir noch durch die Räume des Schlosses gehen, ohne geschoben zu werden. Auch durch die Gärten konnten wir schlendern, ohne 50 Leute auf jedem Bild zu haben. Die Räume sind noch gut erhalten und auch die Einrichtung ist noch vorhanden. Natürlich hat uns die Schloßküche interessiert! Die konnten damals keine ausgefallenen Rezepte verwirklichen! Die "Kochgelegenheit" war so etwas wie ein Grill. Auf den konnte man Töpfe stellen, grillen oder nebenan auf einer Platte backen. Die Spezialität dieser Gegend sind ja Rillettes (in Schweinefett zerkochtes Schweinefleisch) und dazu Teigtaschen, die man wie folgt herstellt: Aus einem einfachen Hefeteig (Wasser, Hefe, Salz, Mehl) werden 8 x 16 cm große Rechtecke ausgeschnitten, mit Wasser bepinselt und auf 8 x 8 cm große Quadrate zusammengeklappt. Diese Fladen werden im Holzbackofen schnell gebacken. Heiß serviert kann man sie mit allem bestreichen was man gerne mag. Ob Nutella, Käse oder eben Rillettes.

Im Parterre waren dann die Empfangsräume und der Speisesaal. Hier stand sogar ein vollständig eingedeckter Tisch! Im ersten Stock dann die Schlafräume der Erwachsenen, sowie eine Bibliothek und eine Gemäldegalerie. Die Gemäldegalerie mit religiösen und düsteren Bildern. Zum Beispiel ein abgetrennter Kopf an einem Seil. Im zweiten Stock dann die Kinderzimmer. In einem Sekretär lagen noch die Hausaufgaben der Kinder. Zum Beispiel die Berechnung einer abklingenden Sinuswelle mit Beschreibung und Formeln.

Vom Burgfried aus hatte man dann den Besten Ausblick auf die Gärten und auf das Tal der Cher und der Loire, die da parallel vorbei fließen. Die Gärten bestehen aus dem Ziergarten, der durch seine akkurat in Ornamenten gestutzten Buchs-Büschen beeindruckt. Im Bild 3 ist vorne rechts "Die leidenschaftliche Liebe" zu sehen. Die Buchsbüsche sind in Ornamente geschnitten, die Herzen darstellen. Anders als die dahinter liegenden Buchbaum-Herzern der "zärtlichen Liebe" sind diese an der Leidenschaft zerbrochen.

Dann der Gemüsegarten, bei dem man staunt, dass gewöhnliches Gemüse solch farbenprächtige Muster ergeben kann. Im Gemüsegarten werden übrigens nur Gemüsesorten angebaut, die es auch im Mittelalter schon gab. Im Bild 5 kann man sehen, dass der Gemüsegarten auch genutzt wird. Salatköpfe werden abgeholt. Jedes Jahr wird zweimal für mehrere Monate angebaut: einmal im Frühling (März bis Juni) und einmal im Sommer (Juni bis November). Ungefähr 40 Gemüsesorten. Kartoffeln sind nicht dabei - das wäre ein Anachronismus für einen Garten des 16. Jahrhunderts.

Verschönert wird der Gemüsegarten außerdem durch Rosenlauben, Blumenbeete und Fontänen. Die Rosenlauben führt man auf den Einfluss der Mönche zurück, die damit ihre Gärten verschönert haben. Die Fontänen, Gartenlauben und Blumenbeete sind dem italienischen Einfluss zu verdanken.

Von einer Mauer umschlossen ist der Kräutergarten. Ein "Wassergarten" liegt im hinteren Teil der Gartenanlage. Vom Wassergarten führt ein gerader Graben durch das Schlossgelände, der in mehreren Stufen zum Eingang hin abfällt. Im unteren Teil dieses Grabens waren etliche Karpfen, die ein seltsames Verhalten zeigten. Wenn sich Besucher auf der Brücke zeigten, kamen sie angeschwommen und rissen ihr Maul weit auf. Ich dachte zuerst, dass sie nach Luft schnappen (bei der Wasserqualität hätte es mich nicht gewundert), aber es waren tatsächlich "Bettelkarpfen". Wenn niemand auf der Brücke war, schwommen sie ganz normal umher.

LG Max

Karpfen die um Futter betteln